Stephan im Interview mit www.sachsen.de

12. Mai 2009
Von Irka Schneider

Das folgende Interview entstand für www.sachsen.de und wurde von Dana Hildebrandt geführt. In der Serie werden innovative Köpfe des Freistaats präsentiert.

Multimedia spielend einfach

Stephan Preuß ist Geschäftsführer der Leipziger Multimedia-Agentur HANDSPIEL GmbH. Der 27-jährige Diplom-Informatiker gründete das Unternehmen im Sommer 2006. Mit seinem jungen Team hat er sich auf die Entwicklung anwenderfreundlicher Multimedia spezialisiert. Dabei verbindet das Unternehmen Technikwissen mit Marktforschung.

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Woher kommt der Name HANDSPIEL?
Hinter dem Namen verbirgt sich unser Anspruch, die Dinge handhabbar und spielend einfach zu machen. Wir entwickeln Multimedia-Anwendungen in enger Zusammenarbeit mit den späteren Nutzern. Damit stellen wir sicher, dass sie auch wirklich mit der Benutzeroberfläche zurechtkommen und nicht resigniert aufgeben – zum Beispiel beim Fahrkartenkauf oder an einem Infoterminal. Intuitive Benutzerführung heißt das Zauberwort.

Wie erreichen Sie das?
Wir führen ein sogenanntes Rapid-Prototyping-Verfahren durch, in dem wir Prototypen von potenziellen Nutzern testen lassen. Die Testpersonen bekommen eine bestimmte Aufgabe und wir beobachten sie. Als Entwickler hat man einen gewissen Tunnelblick und übersieht manchmal die vermeintlich einfachsten Dinge. So kam es schon vor, dass Tester an einem Touchscreen den Knopf zum Drücken gesucht haben oder die EC-Karte in den Monitor stecken wollten.

Wie geht es nach dem Probelauf weiter?
Wir befragen die Testpersonen, um herauszufinden, wie zufrieden sie mit der Benutzerführung waren und welche Probleme sie bei der Bedienung hatten. Zusammen mit den Beobachtungen aus dem Test fließt dieser Input in die Weiterentwicklung der Anwendung ein. Innerhalb von wenigen Tagen können wir so den nächsten Prototyp testen. Das machen wir so lange, bis alle Schwierigkeiten behoben sind.

Woran arbeiten Sie im Moment?
Ganz aktuell ist ein digitaler Portier, den wir zusammen mit der Dresdner Firma eKiosk und weiteren Partnern auf der CeBIT vorgestellt haben. Das ist eine Multimedia-Stele, die als Portier fungiert und Besucher durch Gebäude führen soll. An der Entwicklung waren insgesamt fünf sächsische Firmen beteiligt. Wir haben uns überlegt, wie ein solches virtuelles Gebäudeleitsystem gestaltet sein muss, damit sich die Leute darauf einlassen. Besonders wichtig ist dabei die Mimik, aber auch die Sprachein- und -ausgabe spielt eine große Rolle. Der Test auf der CeBIT war jedenfalls ein voller Erfolg. Jetzt soll der Portier durch ein Forschungsprojekt weiterentwickelt werden.

Welche Entwicklung erwarten Sie in der Branche?
Der Joy of Use, also die Bedienfreude, wird immer mehr zum ausschlaggebenden Verkaufskriterium. Das ist ein absoluter Zukunftsmarkt. Leider haben wir es in Ostdeutschland noch ein wenig schwer, weil die ganz großen Investoren fehlen. Dabei steckt hier so viel Potenzial. Gerade in Sachsen gibt es jede Menge innovative Ideen und aufstrebende Unternehmer. Ich finde, die sächsischen Innovationstreiber sollten sich zusammenschließen, um auf sich aufmerksam zu machen und den europäischen Markt zu erobern.

Interview erschienen unter http://www.regionen.sachsen.de/9681.htm

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